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Ctrl Alt Futur : Journée Swissmem entwirft die Zukunft

Swissmem Berufsbildung Veranstaltungen Ctrl Alt Futur : Journée Swissmem entwirft die Zukunft

Welche künftigen Herausforderungen erwarten die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner? Der Journée Swissmem in Lausanne beleuchtete die aktuelle Situation und bot Inspiration für die Zukunft. In einer Welt des raschen Wandels und vielfältiger Unsicherheiten bot die Fachtagung Ankerpunkte, um die Berufsbildung zu stärken und zukunftsfähig zu gestalten.

Während sich die internationale Welt der Politik und Wirtschaft am WEF in Davos uneinig zeigte, fand gleichzeitig die Westschweizer Welt der Berufsbildung hoffnungsvollere Ansätze. 

Nicht, dass in der Berufsbildung alles leicht fliessen wĂĽrde. Im Gegenteil: Die Herausforderungen sind zahlreich. Dennoch war unter den ĂĽber 220 Besucherinnen und Besuchern im Konferenzzentrum Aquatis in Lausanne ein konstruktiver Geist spĂĽrbar, der auf Kooperation und Anpassungsfähigkeit beruht. 

Spannungsfeld zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Staatsrat Frédéric Borloz, Vorsteher des Departements für Bildung und Berufsbildung, ging in seinem Grusswort auf ein zentrales Spannungsfeld ein: Jugendliche wünschen sich gemäss Umfragen Spass bei der Arbeit, sind aber oft unsicher, welchen Weg sie einschlagen sollen.

Dem Argument, Jugendliche mĂĽssten sich zu frĂĽh entscheiden, entgegnete Borloz auf zwei Ebenen:

  • Information: Die Berufe mĂĽssen besser vermittelt werden.
  • Durchlässigkeit: Das Verständnis fĂĽr die vielfältigen Wege des Bildungssystems muss gestärkt werden.

Borloz war ĂĽberzeugt, dass die Berufsbildung durch den Aufbau fachlicher und persönlicher Qualitäten besondere Stärken habe und unterstrich seine positive Haltung mit den Worten: «Es lebe die Berufsbildung!». 

Blick zurĂĽck aus dem Jahr 2050

Guillaume Ruiz, Soziologe und Experte fĂĽr Berufsbildung, wagte eine Zeitreise und blickte aus dem Jahr 2050 auf das Heute zurĂĽck. Er definierte dabei vier zentrale Handlungsfelder:

  • Ganzheitliche EinfĂĽhrung: Jugendliche benötigen neben der fachlichen Ausbildung eine fundierte methodische und psychologische Begleitung – gerade beim Einstieg.
  • Gemeinsame Verantwortung: Der Erfolg der dualen Bildung hängt entscheidend von der engen Zusammenarbeit aller Lernorte ab.
  • Technologischer Fortschritt: Technologien wie KĂĽnstliche Intelligenz eröffnen völlig neue Wege fĂĽr personalisiertes und effizientes Lernen.
  • Proaktive Gestaltung: Wir mĂĽssen den Stier an den Hörnern packen, um die Ausbildungsgänge der Tech-Industrie zukunftssicher weiterzuentwickeln.

    > présentation (pdf)

Neue Technologien und Ansätze des Lernens

Wie sich neue Technologien flexibel in die Berufsbildung integrieren lassen, zeigten Olivier Chandran (verantwortlich fĂĽr Additive Fertigung) und ThĂ©ophile Bersier (verantwortlich fĂĽr KI) am Beispiel von Bobst Mex SA. Von der Sensibilisierung ĂĽber den Abbau von Vorurteilen bis hin zum experimentellen Lernen seien diverse HĂĽrden zu nehmen. Doch mache man sich gemeinsam auf den Weg, liessen bemerkenswerte Fortschritte nicht auf sich warten. prĂ©sentation Olivier Chandran (pdf); prĂ©sentation ThĂ©ophile Bersier (pdf) 

Olivier Cochet vom EPSIC in Lausanne teilte seine Erfahrungen aus Sicht einer Berufsfachschule. Der dortige Automobil-Bereich ging vor einigen Jahren zur Handlungskompetenzorientierung über. Dieser grundlegende Wechsel führte die Ausbildungen näher an die Realität der Branche, erforderte jedoch auch Flexibilität und kontinuierliche Optimierung von allen Beteiligten. présentation Olivier Cochet (pdf)

Den Schritt in die Berufsbildung erleichtern

Der Wechsel von der Schule in die berufliche Grundbildung ist für viele Jugendliche ein grosser Schritt – und er scheint grösser geworden zu sein, so Fabio Lecci, Berater für Lernende im Kanton Waadt. Die unterstützende Art, die Jugendliche in der Schule antreffen, unterscheide sich von der zielorientierten Art in den Unternehmen, welche mehr Eigenverantwortung verlangt.

Lecci und sein Co-Refernt Alexandre Winiger zeigten sich überzeugt, dass vor allem zu Beginn der Lehre viel in persönliche und soziale Aspekte investiert werden müsse, um Lehrabbrüche zu verhindern und eine erfolgreiche Lehre zu ermöglichen. présentation Fabio Lecci (pdf)

Mehr Frauen in technischen Berufen erwĂĽnscht

Den Nachmittag eröffneten die Lernenden mit einer Podiumsdiskussion. Dabei zeigte sich, dass die Unterschiede bei den Jugendlichen gross sind. Während am Vormittag immer wieder durchschimmerte, dass die Unsicherheiten bei der Jugend gross sind und die ersten Schritte in der Berufsbildung herausfordernd, zeigten sich die Podiumsteilnehmer/-innen überzeugt von den Stärken der Berufsbildung.

Anpacken, Projekte realisieren, neue Erfahrungen sammeln: im Vergleich zu rein schulischen Ausbildungswegen bietet die Berufsbildung in vielen Bereichen mehr, waren die Lernenden ĂĽberzeugt. Sie sollte daher auch eine stärkere Wertschätzung erhalten. 

Mit Blick auf die Berufslehren in der Tech-Industrie wünschten sich die Podiumsteilnehmer/-innen genügend Zeit der Berufsbildner/-innen für die Lernenden. Aber auch ein ausgeglicheneres Geschlechterverhältnis rückten sie auf die Wunschliste. Schaue man in die Vergangenheit, so habe sich die Situation zwar verbessert, es sei aber noch ein langer Weg zu gehen.

Die Berufsrevision im Endspurt

Thomas Schumacher, Leiter Swissmem Berufsbildung, informierte die Besucherinnen und Besucher ĂĽber die die vielen Neuerungen im Zusammenhang mit den Berufsrevisionen der acht technischen Berufe sowie der Kaufleute. 

Die Berufsrevisionen sind unter anderem mit folgenden wichtigen Themenbereichen verbunden: 

  • Ein breites Informationsangebot zu den Neuerungen der Berufsrevision
    Neue Bildungsinhalte: skills.futuremem.swiss   Kursangebot: futuremem.swiss
     
  • Erste Qualifikationsverfahren bei den Kaufleuten gemäss Berufsrevision 2023 
    Allgemeine Site: Kaufmännische Grundbildung  Kaufleute MEM: Swissmem-Seite
     
  • Die neue Lernumgebung techLEARN.swiss, die den ganzen Bildungsweg der Lernenden begleitet – und auch den Berufsbildner/-innen, Berufsfachschulen und ĂĽberbetrieblichen Kurszentren einen hohen Mehrwert bietet. 
     
  • Neue Bildungsmedien des Verlags nextecmedia

Swissmem und Swissmechanic haben Berufsbildung zusammengelegt

Im Rahmen der Nachwuchsinitiative Faszination Technik sowie in diversen weiteren Bereichen arbeiteten die beiden Verbände Swissmechanic und Swissmem bereits in der Vergangenheit vertieft zusammen. Im Zuge der Berufsrevision Futuremem haben die beiden Verbände nun die Aktivitäten der beruflichen Grundbildung unter dem Dach von Swissmem Berufsbildung in Winterthur zusammengelegt. 

Die nationalen Dienstleistungen in den Bereichen Berufsentwicklung, Produktion Bildungsmedien, SwissSkills & WorldSkills sowie Qualifikationsverfahren werden kĂĽnftig gemeinsam vom Team in Winterthur erbracht. Zudem werden die beiden Berufsbildungskommissionen zusammengefĂĽhrt. 

présentation Thomas Schumacher (pdf)

Finale: Ab in die hohen LĂĽfte

Zum Abschluss zeigte Mat Rebeaud, wohin Leidenschaft führen kann. Sein Weg führte vom 5-jährigen Motocross-Talent in Payerne über eine Lehre als Polymechaniker bis zum Weltmeistertitel im Freestyle Motocross. (Videos: Athletenprofil bei Red Bull)

Mats Liebe fĂĽr den Sport, seine Freude beim Austesten von Grenzen und seine Fokussiertheit beim AusfĂĽhren der eindrĂĽcklichsten Stunts waren unmittelbar spĂĽrbar. FĂĽr die Besucherinnen und Besucher klang der JournĂ©e Swissmem so mit einem grossen WOW-Effekt aus und der Motivation, Neues anzupacken.  

présentation Mat Rebeaud (pdf)

Dank und Ausblick

Zum Abschluss bedankte sich Olivier Habegger, bei Swissmem verantwortlich fĂĽrs Marketing und die Berufsbildung in der Westschweiz, beim ganzen Organisationsteam fĂĽr ihre wertvolle Arbeit. 

Ein besonderer Dank ging dabei an Jean-Claude Kottelat, für welchen es die «Abschiedsvorstellung» war. Seit dem Jahr 2009 war er bei jedem Journée Swissmem in die Organisation involviert und hat wesentlich zum Gelingen und dem wachsenden Publikumserfolg beigetragen.

Notieren Sie sich jetzt schon den nächsten 
JournĂ©e Swissmem in Ihrer Agenda: 

Save-the-date

Journée Swissmem 2027
Palais de Congrès à Bienne

Vendredi, 22 janvier 2027


Programmpunkte und Downloads

(en français) 

Brochure et programme 
Download: programme 

ConfĂ©rence sur le thème du jour 
Guillaume Ruiz, Docteur en sociologie de l’éducation et spĂ©cialiste  en formation professionnelle
Download: prĂ©sentation 

Nouvelles technologies, quel impact pour le formateur ? 
Fabrication additive et utilisation de l’IA au quotidien par les  formateurs et apprenti/es
Fabrication additive : Olivier Chandran 
Intelligence artificielle : ThĂ©ophile Bersier 

Orientations compĂ©tences par champs d’apprentissages ExpĂ©riences vĂ©cues dans le domaine automobile 
Olivier Cochet, Doyen domaine automobile EPSIC Lausanne
Download: présentation

Accompagnement et soutien aux apprenti/es
Fabio Lecci, Responsable des conseillers aux apprentis VD
Download: présentation

Informations de Swissmem Formation professionnelle
Thomas Schumacher, Directeur Swissmem Formation professionnelle
Download: présentation

Espace de loisirs
Mat Rebeaud, Pilote professionnel de freestyle Champion du monde FIM
Download: présentation


 

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Letzte Aktualisierung: 26.01.2026