Drücken uns die aktuellen Entwicklungen unter Wasser – oder können wir die Welle reiten und uns nach vorne tragen lassen? Unter dem Moto «Ctrl+Alt+Future»: Berufsbildung von morgen» diskutierte die Welt der Berufsbildung am Freitag, 8. Mai, Fragen der Zukunft.
Rund 200 Besucherinnen und Besucher reisten ins Wankdorfstadion, um sich auszutauschen, Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Dabei standen auf und neben der Bühne vor allem zwei Themen im Vordergrund:
- Welche Auswirkungen hat KI – und wie können wir in der Berufsbildung darauf reagieren?
- Was brauchts noch für die letzten Umsetzungen der Berufsrevision Futuremem?
Das Engagement für den Nachwuchs lohnt sich
Gleich zu Beginn machte Regierungsrätin Christine Häsler in ihrem Grusswort deutlich: Damit Veränderungen gelingen, brauchts vor allem die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner. Verstärkt wurden die Argumente für die Berufsbildung von Ursula Renold, Professorin für Bildungssysteme an der ETH Zürich. Ihre Analysen (Präsentation) zeigten klar auf:
- Die Berufsbildung brauchts mehr denn je
- Wer technisch-handwerkliche Skills mit transversalen Kompetenzen zu kombinieren weiss, gehört künftig zu den Gewinnern
- Die Höhere Berufsbildung wird mit steigender Bedeutung der KI noch wertvoller
- Die duale Bildung ist besonders geeignet, um neue Technologien rasch in die Ausbildung aufzunehmen
Aktuelle Informationen und Einschätzungen von Swissmem Berufsbildung präsentierten Thomas Schumacher, Giancarlo Favi und Sonja Studer. In ihren Ausführungen (Präsentation) wurde deutlich:
- Künstliche Intelligenz ist in der Tech-Industrie als zentrales Zukunftsthema gesetzt.
- Mit der Berufsrevision existiert ein Rahmen, in dem KI-relevante Kompetenzen verankert und verbreitet werden können.
Die Einflussbereiche von KI auf die berufliche Grundbildung sind breit − mal wirken sie erleichternd, mal bilden sie eine zusätzliche Herausforderung (siehe Präsentation). Die Vernetzungsmöglichkeiten in der Branche und die Produkte und Dienstleistungen im Rahmen von Futuremem bieten wichtige Hilfestellungen, um die Zukunft zu gestalten und die Transformationswelle zu surfen.
Verbandsinformationen: Aktuelles zur Berufsrevision Futuremem
Die Podiumsgespräche und Praxisbeispiele mit Unternehmern, Bildungsfachleuten und Lernenden zeigten:
- Der gesellschaftliche Wandel widerspiegelt sich auch in der Berufsbildung – es braucht nicht nur eine Fokussierung auf die Technik, sondern auch auf die Menschen
- Eigenverantwortung und Leistung werden auch in Zukunft gefragt sein. Die unternehmerische Kultur ist eine Stärke der Berufsbildung
- Die Ausbildung muss sich laufend weiterentwickeln – gleichzeitig sollte die Durchlässigkeit des Bildungssystems erhalten bleiben. Flexibilität und Konstanz helfen im Zusammenspiel, um dem technologischen Wandel zu begegnen.
Swissmem-Direktor Stefan Brupbacher verwies auf eine Konstante: Damit eine Berufsrevision gelingt, braucht es das Engagement der gesamten Branche. Er versicherte, dass per Lehrbeginn im Sommer 2026 alle Bildungsmedien fürs erste Lehrjahr zu Verfügung stehen werden. Gleichzeitig lud er die Besucher/-innen dazu ein, die neuen Bildungsmedien von nextecmedia bereits in der Beta-Version (als fachlektorierte Manuskripte) zu nutzen.
In seiner Präsentation verwies er zudem auf Entwicklungen, die klar für die Berufslehren sprechen. Während viele akademische Tätigkeiten in Zukunft durch KI ersetzt werden können, sind die praktischen und kontextbasierten Fähigkeiten− wie sie in der Tech-Industrie besonders verbreitet sind − nach wie vor an den Menschen gebunden. Der Nachwuchs der Branche wird daher auch in Zukunft gefragt sein.
Meisterlich nach langer Durststrecke
Der Berufsbildungstag liess immer wieder durchscheinen, dass sportlicher Geist hilft, um die Grundfrage des Anlasses zu beantworten: Wie können wir Chancen ergreifen und die Zukunft attraktiv gestalten?
Die sportlichen Emotionen, die im Wankdorf-Stadion immer wieder erlebt werden können, brachte YB-Legende Marco Wölfli näher. Der Kult-Torhüter liess alte Erfolge hochleben und teilte im Gespräch mit Moderatorin Sandra Boner seine Erfahrungen aus dem Spitzensport.
Zum Abschluss richtete Thomas Schumacher ein grosses Dankeschön an die Branche. Er zeigte sich begeistert vom Berufsbildungssystem und dem Engagement, das er über die Jahre im Austausch mit vielen Menschen in der Welt der Berufsbildung erleben durfte. Bei seinem letzten Auftritt als Leiter Berufsbildung übergab er symbolisch einen Ball an Sonja Studer.
Sonja Studer, Bereichsleiterin Bildung, liess die wechselvolle Zeit der vergangenen Jahre nochmals Revue passieren und bedankte sich herzlich für seine erfolgreiche Arbeit. Viele der wegweisenden Veränderungen wären ohne seinen unermüdlichen Einsatz nicht möglich gewesen.
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Freitag, 21. Mai 2027, in Basel
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Präsentation
Prof. Dr. Ursula Renold, Professorin für Bildungssysteme, ETH Zürich
Präsentation
Informationen Swissmem Berufsbildung
Präsentation
Stefan Brupbacher, Direktor Swissmem
Praxis im Fokus:
- Vernetzung in der Fertigungstechnik - High-Tech-Ausbildung trotz Produktionsdruck (Präsentation)
- Erfahrungen mit Handlungskompetenzen in der Automobilbranche (Präsentation)
- Soziale Arbeit in der Berufsbildung – Früherkennung und Prävention statt Intervention (Präsentation)
Foto-Impressionen
Weitere Eindrücke des Berufsbildungstags in Bern:
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