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«SPINNEN ERLAUBT»

Innovationen: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Jetzt wirds philosophisch: Woher kommt das Neue in die Welt?
Einst dachte man: durch Götter oder Gott. Später glaubte man eher an den Zufall, wie etwa bei der Entdeckung des Penicillins. Jetzt vertraut man oft auf Genies wie Elon Musk, die das Neue aus sich heraus zu schöpfen scheinen oder zumindest etwas Bestehendes durch ihr Charisma marktfähig machen können. Ich persönlich denke, dass Kreativität und Schöpfergeist in jedem von uns angelegt sind. Jedes Kind will gestalten und erschaffen. Zudem muss es passende Rahmenbedingungen für das Neue geben, wie die Technologie.

Warum ist die Fähigkeit zur Innovation wohl im Menschen angelegt?
Vielleicht ist es eine Überlebensstrategie: Wir passen uns an, verbessern Dinge, finden Lösungen für Probleme. Gefühlt geben alle Unternehmen an innovativ zu sein.

Was bedeutet eigentlich wahre Innovation?
Das ist die Frage! Muss es gleich eine Weltneuheit sein oder kann es Innovation auch im Kleinen geben? Ich finde, auch minimale Verbesserungen können einen grossen Einfluss haben. Durch den Einsatz von Technologien wie Tablets, Mixed Reality, Artificial Intelligence haben wir in der Produktion eine Zeitersparnis von 40-50% geschafft. Das ist doch Innovation!

Konkret: Wie entstehen bei Ihnen im Unternehmen innovative Ideen?
Weniger durch einen Geistesblitz unter der Dusche oder ein Genie, sondern viel eher im interdisziplinären Team. Meist ist ein Kundenproblem der Auslöser. Die Idee ist aber gar nicht der wichtigste Part: oft schwirren Ideen ja lange herum, nur war die Zeit bisher nicht reif. Irgendjemand muss dann alles durchdenken, prüfen, umsetzen, weiterspinnen, verkaufen. Ein steiniger Weg. Um den zu koordinieren, haben wir das BBC Innovation Center ins Leben gerufen.

Ich persönlich denke, dass Kreativität und Schöpfergeist in jedem von uns angelegt sind.

Gibt es Tricks, wie man Innovation fördern kann?
Von dem bekannten «Briefkasten» bin ich kein Freund. Man sollte Ideen nicht irgendwo reinschmeissen und eine andere Abteilung dann wie Könige über «gut» oder «schlecht» entscheiden lassen. Jeder sollte dranbleiben dürfen. Wer die Idee nicht selber durchkaut und Schwachstellen erkennt, zerbricht vielleicht daran, wenn sie von anderen verworfen wird. Ich empfehle Brainstorming mit einem Team aus unterschiedlichsten Abteilungen: Rumspinnen erlaubt! Auch auszubrechen hilft. Einmal im Monat durften rund achtzehn unserer Mitarbeiter:innen ausserhalb der üblichen Büros nur an Innovationen arbeiten. Wir haben dabei etwa den Sonnenaufgang auf dem Fronalpstock angeschaut. Ein Investment, aber es hat sich gelohnt!

Was kam dabei heraus?
Ein neues Geschäftsmodell für eine unserer Business Units, ein Grobkonzept für ein neues Produkt und vor allem: Motivation im Team.

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