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MAXIMALES INVOLVEMENT

Sie sind jung, selbstbewusst und voller Tatendrang. Die Vertretenden der Generation Z. Das Smartphone wurde ihnen praktisch in die Wiege gelegt; sie verstehen es sich zu vernetzen. Was ist ihnen wichtig? Was erwarten sie von ihren Arbeitgebenden? Und was sind die bereit dafür zu geben?

«Wir wollen es richtig machen – und zwar jetzt. Es reicht nicht, einen Katalysator an den Dieselmotor zu schrauben oder etwas weniger zu fliegen, um den Klimawandel zu stoppen. Es müssen jetzt Lösungen her, die funktionieren, auch noch in 20 Jahren. Geredet wird viel: Es gibt so viel Overhead in den Unternehmen. Uns geht es um Impact; wir wollen etwas bewirken. Wenn man das Gefühl hat, dass man nicht ernstgenommen wird und gegenüber älteren Kollegen nichts zu melden hat, ist das Gift. Schliesslich sind es die Jungen, welche die frischesten Ausbildungen haben. Bei Swissloop Tunneling setzen wir deshalb bewusst auf flache Hierarchien. Unsere Leute reagieren allergisch, wenn sie nicht verstehen, warum eine Entscheidung getroffen wird. Sie wollen involviert sein und Verantwortung übernehmen. Die Zeiten, in denen es hiess «Ich bin der Chef und deshalb machen wir es so» sind endgültig vorbei.

Grosse Pläne: Kaum läuft es, denkt Stefan auch schon wieder über neue Projekte nach.
An der Not-a-boring-Competition 2021 holte sich Swissloop Tunneling den begehrten Innovations- und Design-Award.
«Groundhog Alpha», wie die Bohrmaschine von Swissloop Tunneling heisst, steckt voller innovativer Schweizer Technologie.

Ein gutes Management kommuniziert transparent und setzt auf die besten Argumente. Es geht darum eine Start-Up-Atmosphäre zu schaffen, auch in bestehenden Unternehmen. Die Leute wollen maximales Involvement – dafür sind sie auch bereit, alles zu geben. Ich habe das mit Swissloop Tunneling selbst eindrücklich erlebt. Wir sind ein Verein und unsere finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt. Wir können längst nicht alle Kosten decken und trotzdem sind unsere Mitarbeitenden extrem motiviert. Sie geben ihre Freizeit auf, arbeiten Nächte durch, verschieben Prüfungen oder legen sie gar nicht erst ab, weil sie das Projekt als ihr Projekt verstehen. Wenn ich etwas Neues beginne, schaue ich immer, dass ich mir 1 bis 2 Nachfolger aufbaue. Mentoring-Programme sind allgemein eine gute Sache und ein Win-win für alle Beteiligten.

Founder & Co-President Swissloop Tunneling

Name: Kaspar
Vorname: Stefan Michael
Wohnort: Zürich
Jahrgang: 1997
Ausbildung: Bachelor in Economics,
HSG (Abschluss 2022)
Projekte: Swissloop, Swissloop
Tunneling, St. Gallen Symposium
Roboy, Zeam
Freizeit: Tauchen und Tennis

Auch Weiterbildungsmöglichkeiten sind wichtig sowie der Freiraum, etwas Neues ausprobieren zu dürfen ohne Erfolgsgarantie. Einmal programmierte einer unserer Elektrotechniker den Motor unserer Maschine so, dass man auf den verschiedenen Frequenzen Musik abspielen konnte. Das war reine Spielerei, aber alle hatten Freude daran und Elon Musk liess später «Thunderstuck» von AC/DC darauf abspielen. Natürlich, direkt weitergebracht hat uns das nicht, aber für den Team-Spirit war es gut. Arbeit soll auch Spass machen. Die Leute wollen lachen oder auch mal weinen, wenn etwas schief geht.»

Mit Schweizer Technologie den Tunnelbau revolutionieren

NOT-A-BORING-LIFE

Stefan hatte schon immer zwei Passionen: die Technik und die Wirtschaft. Nach der Matura begann er ein Studium in Physik. Nach einem Jahr wechselte er an die HSG, wo er heute Wirtschaft studiert. Im Herbst 2018 stiess er zu Swissloop – eine von Studenten geführte Initiative mit dem Ziel, an der Erforschung und Weiterentwicklung der Hyperloop-Technologie mitzuwirken. Das Projekt steckte in der Krise. Swissloop hatte sich im Sommer beim entscheidenden Wettbewerb disqualifiziert, weil die Transportkapsel, der sogenannte Pod, aufgrund eines technischen Defekts nicht hatte weiterfahren können. Sponsoren sprangen ab und das Projekt steckte in finanziellen Schwierigkeiten. Stefan gelang es die Schulden zu tilgen. Wenig später übernahm er den Business Lead und führte Swissloop an der Competition 2019 auf den zweiten Platz. Im Sommer 2020 lancierte Elon Musk die «Not-A-Boring-Competition», ein Tunnelbohr-Wettbewerb mit dem Ziel, den Tunnelbau effizienter zu machen und dadurch Kosten zu senken. Stefan und ein Kommilitone meldeten sich in der Mittagspause für den Wettbewerb an. Später kamen noch zwei Kollegen mit technischem Background dazu: Swissloop Tunneling war gegründet. Innert 1.5 Monaten gelang es ihnen das Team von 4 auf knapp 45 Teammitglieder hochzuskalieren und das Preliminary Design Briefing (PDB) einzureichen. Im September 2021 reisten sie mit ihrer Bohrmaschine «Groundhog Alpha» in die Mojave-Wüste, um sich mit den besten 12 Teams der Welt, den Digging Dozen, zu messen. Swissloop Tunneling gewann den zweiten Platz und wurde für sein innovatives System mit dem begehrten Innovations- und Designaward ausgezeichnet. Neben seinem Engagement bei Swissloop ist Stefan auch bei «Zoom» tätig und berät dort Unternehmen, die wissen wollen, wie junge Leute denken.

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