Journée Swissmem 2016 :: Swissmem Berufsbildung - Engagiert für den Nachwuchs

Journée Swissmem 2016:
Die Philosophie des Sports im Spiegel der Berufsbildung

«Ohne Fleiss, kein Preis», heisst es oft im Volksmund. Ist was im Sport gilt, auch für die Berufsbildung relevant? Und gibt es Aspekte, die über diese simple Formel herausgehen? Der Journée Swissmem widmete sich dieses Jahr der Kultur des Sports. In Magglingen fanden über 170 Teilnehmende ein inspirierendes Umfeld, um Parallelen zwischen den beiden Welten zu entdecken und neue Inspiration für den Berufsalltag zu gewinnen.

 

Die Herausforderungen in der Welt der Berufsbildung sind sportlich: die demografische Entwicklung verschärft den Fachkräftemangel, der überbewertete Franken drückt auf die Konkurrenzfähigkeit und politische Kräfte zielen auf eine zunehmende Abschottung der Schweiz.

 

Doch es gibt Mittel, um diese Herausforderungen sportlich anzugehen: das permanente Engagement für den Nachwuchs, die zukunftsorientierte Anpassung der Berufsbildung sowie das konsequente Einstehen für eine offene Schweiz sind Wege, damit die MEM-Industrie auch in Zukunft Erfolge erzielen kann.

 

Arthur Glättli, Leiter Swissmem Berufsbildung, wies in seiner Begrüssungsrede denn auch auf die positiven Entwicklungsperspektiven in der Berufsbildung hin. Der digitale Wandel biete Chancen, so Glättli. Die Entwicklung digitaler Lernmedien zähle deshalb auch zu den strategischen Schwerpunkten von Swissmem Berufsbildung.

 

Peter Dietrich, Direktor Swissmem, betonte in seinem Referat, dass ein Einsatz für den Erhalt vorteilhafter Rahmenbedingungen mehr denn je angezeigt sei. Politische Vorstösse wie die Durchsetzungsinitiative oder der Angriff auf die bilateralen Verträge untergraben den Werkplatz Schweiz und sind daher entschieden abzuwehren. Sportsgeist ist gefragt und eine konstruktive Grundhaltung, um neue Wege zu finden.

 

Freude und Engagement

Vom Politischen lenkte Georges-André Carrel den Blick auf die Sportausbildung und die Entwicklung von Teams. «Der Mensch steht im Zentrum», so Carrel. Gleich zu Beginn setzte er seinen wichtigsten Standpunkt und nahm danach die Gäste mit auf eine Entdeckungstour durch seinen reichen Erfahrungsschatz. Als ehemaliger Leiter des Bereichs Sport der Uni Lausanne und der EPFL sowie als Trainer und Trainer-Ausbildner ist dieser entsprechend vielschichtig.

 

Schnell wurde auch klar: Der Mensch ist ein komplexes Wesen. Er braucht Balance und erfindet sich dennoch immer wieder neu; er braucht eine starke innere Motivation, kann gleichzeitig aber auch von einem Team getragen werden; er benötigt Disziplin, sollte dabei aber die Freude am Spiel immer wieder neu finden.

 

Gerade in Mannschaftssportarten – und als solche kann wohl auch die Berufsbildung bezeichnet werden – ist zwar einerseits Fleiss gefragt, wie es im Tagungstitel hiess. Es braucht aber auch Elemente wie Kreativität, Vitalität, Spontanität und Inspiration, um schliesslich Erfolg zu haben. Im Idealfall ergibt sich ein Flow, der je nach Können der einzelnen Person und Schwierigkeitsgrad der gestellten Aufgabe ganz unterschiedlich verlaufen kann.

 

Der geübte Sportler kennt das Gefühl: Es läuft, fast alles gelingt. Jeder Sportler kennt aber auch das entgegengesetzte Gefühl, das des Scheiterns und der Niederlagen. Gerade in solchen Situation ist ein Coach gefragt, der auf die Spieler eingeht und sie wieder aufrichtet. Der Ausbildner in der Berufsbildung ist in diesem Punkt kaum zu unterscheiden vom Team-Trainer im Sport.

 

Unabhängig vom Erfolg vermittle der Sport auch grundlegendere einfache Dinge fürs Leben, so Carrel. Was in der einen Welt mit Sportsgeist und Fairness umschrieben werden kann, widerspiegelt sich in der anderen in der Arbeitskultur und in den Unternehmenswerten. Sie bilden die Basis für künftige Erfolge. Carrel plädierte dafür, auch in schwierigen Situation eine positive Grundhaltung zu bewahren, seine Visionen mit Leidenschaft und Disziplin zu verfolgen und dabei stets das Bewusstsein für den Mitmenschen im Auge zu behalten.

>> Präsentation von Georges-André Carrel

 

Vielfältige Workshops

In den nachfolgenden Workshops ergab sich ein angeregter Austausch.

 

Vier Themenkreise standen auf dem Programm:

  • Atelier A.
    Recrutement analytique ou chance dans l’engagement des apprentis ?
  • Atelier B.
    Pourquoi si peu de femmes dans l’industrie ?
  • Atelier C.
    Les championnats des métiers. Utile ou inutile ?
  • Atelier D.
    Suivi et motivation des apprentis en difficultés

Die Resultate der Workshops wurden in einer Podiumsdiskussion unter der Leitung von Nathalie Randin reflektiert. Dabei zeigten zeigte sich bereits, dass die Anwesenden sich an verschiedenen Orten von der Sportwelt inspiriert hatten.

 

 

Wichtige aktuelle Themen in der Berufsbildung

Olivier Habegger, responsable formation professionnelle Romandie, konzentrierte sich in seinen Ausführungen auf drei wichtige Prioritäten in der aktuellen Berufsbildungswelt.

 

Es sind dies:

  • Examen quinquennal des professions MEM
  • Projet « eBOOK »
  • Projet Sephir Seine Ausführungen können in der folgenden Präsentation nachgelesen werden.

>>Präsentation von Olivier Habegger


Im Zentrum des Sports

Pascal Chatelain, Leiter Internationales beim Bundesamt für Sport, nahm die Besucher schliesslich mit auf eine zeitliche und örtliche Reise durch das Nationale Sportzentrum Magglingen. Was einst als einfache Sportstätte begann, in welcher junge Schweizer fit für den Militärdienst getrimmt wurden, hat sich über die Jahre zu einem Trainings- und Bildungszentrum entwickelt, das nicht nur den Spitzensportlern zur Verfügung steht, sondern bis in die lokalen Turnvereine wirkt.

 

Kurze Einblicke gabs auf dem abschliessenden Rundgang zudem in eine Trainingseinheit der Turn-Europameisterin Giulia Steingruber und ihrer Kolleginnen. Nachahmung ist da kaum empfohlen. Ein wenig vom Sportsgeist, der auf den Hügeln über Biel fast mit Händen greifbar ist, dürften aber alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Journée Swissmem 2016 in den Berufsalltag mitgenommen haben. Die Impulse von Magglingen enden nicht beim Breitensport, sie reichen gar darüber hinaus.

Anbei finden Sie die Präsentationen vom Journée Swissmem 2016 zum downloaden.

Vendredi 29 janvier 2016, Macolin

Contact

Olivier Habegger

Chef de projet

 

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