Int. Berufsbildungskongress 2016 :: Swissmem Berufsbildung - Engagiert für den Nachwuchs

Berufsbildung in einer global vernetzten Welt

Die duale Berufsbildung gewinnt nicht nur in der internationalen Politik zunehmend an Ansehen, sie wird auch für exportorientierte Unternehmen verstärkt zu einem wichtigen Element ihrer Internationalisierungs-Strategien. Der 2. Internationale Berufsbildungskongress, der vom 20. bis 22. Juni 2016 in Winterthur stattfand, bot Gelegenheit, Erfolgsmodelle zu teilen und neue Impulse zu gewinnen. Swissmem Berufsbildung unterstützte den Anlass massgebend in der Programmgestaltung und präsentierte das eigene internationale Engagement für die Unternehmen der MEM-Branche.

 

Mit rund 450 Teilnehmenden aus über 80 Nationen fand der Internationale Berufsbildungkongress eine breite Resonanz bei Unternehmen, Bildungsexperten sowie in der Politik. In seinem Eröffnungsreferat identifizierte Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann vor allem drei Kernelemente, welche die Stärke des Schweizer Modells ausmachen. Es sind dies die Dualität - d.h. die Verbindung von Theorie und Praxis -, die Durchlässigkeit des Bildungssystem sowie die starke Beteiligung der Privatwirtschaft.

 

Schneider-Ammann war allerdings auch überzeugt, dass sich ein duales Bildungssystem nicht 1:1 exportieren lasse. Es brauche stets die Anpassung auf die jeweilige Kultur, die Wirtschaftsstruktur und die politischen Eigenheiten eines Landes, so Schneider-Ammann. 

 

Bedeutet Internationalisierung mehr Akademisierung?

Im Interview mit Swissmem erläutert Bundespräsident Schneider-Ammann, weshalb ein internationaler Kongress - trotz unterschiedlicher Landeskulturen - überhaupt Sinn macht und wie er einer zusätzlichen Akademisierung gegenübersteht.

MEM-Betriebe bilden auch an ausländischen Standorten aus 

Swissmem unterstützt seit Jahren die Internationalisierung der Firmen - einerseits mit digitalen und englischsprachigen Lernmedien, andererseits auch konkret in Projekten. Ein Beispiel ist das im Jahr 2009 gestartete Projekt «Swiss Vocational Education and Training Initiative India» (SVETII), in welchem sich heute 10 Unternehmen, darunter die Swissmem-Mitgliedfirmen ABB, Bobst, Bühler, Burckhardt Compression, Rieter und Starrag, beteiligen.


Im Rahmen des Projektes entwickelten die Projektpartner Swissmem, das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) sowie die zu diesem Zweck gegründete schweizerisch-indische Firma SkillSonics ein duales Ausbildungssystem in Indien. Dazu mussten in den beteiligten Firmen Wissen über die Berufsbildung aufgebaut und geeignete Berufsschullehrer ausgebildet werden.


Bedarf von Seiten der Unternehmen 

Arthur Glättli, Leiter Swissmem Berufsbildung, erklärt im Interview, wie er die Internationalisierung in der Berufsbildung erlebt und wo die Herausforderungen liegen.

Wissenstransfer in die Praxis

Aus dem 1. Internationalen Berufsbildungskongress im Jahr 2014 haben sich diverse bilaterale Kooperationsabsichten zwischen verschiedenen Ländern ergeben. Dass auch in der Praxis bereits viel läuft, zeigten die über 60 Projekte, die weltweit für den diesjährigen Kongress eingereicht wurden.

 

Getreu dem Motto der Veranstaltung «Dank Kompetenz zu Wohlstand - Erfolgselemente teilen» bot sich im Foyer und in Workshops, die von MEM-Betrieben und Swissmem Berufsbildung mitgestaltet wurden, die Gelegenheit, von anderen Praxisbeispielen zu lernen.

 

Impressionen: Der Kongress wurde für einen regen Austausch genutzt

Eine Plattform für Gespräche auf politischer Ebene

Neben dem Wissensaustausch unter den Unternehmen fanden im Rahmen des Kongresses auch auf politischer Ebene diverse Treffen statt. So wurden beispielsweise Gespräche mit hochrangigen Vertretern der EU, Bulgarien, Serbien, Lettland und Südafrika geführt. Zudem unterzeichneten Staatssekretär Mauro Dell'Ambrogio und der indische Minister Rajiv Pratap Rudy, zuständig für Skills Development und Entrepreneurship, ein Memorandum of Understanding, das eine formelle Kooperation in den Bereichen berufliche Kompetenzentwicklung und Berufsbildung etabliert.

Die Direktion für Entwicklung und Zusamenarbeit (DEZA) organisierte zudem für Vertreter aus über 20 Partnerländern einen Einführungstag in das hiesige Bildungssystem, bei welchem auch zwei Ausbildungsbetriebe besucht wurden. Die DEZA engagiert sich aktuell in 29 Entwicklungs- und Tansistionsländern mit 49 Projekten für eine verbesserte Berufsbildung und Arbeitsmarktintegration. 

 

Dritte Kongressausgabe 2018

Winterthur hat sich mit der Kongressorganisation unter der Leitung der Standortförderung und mit der Mitwirkung diverser Partner als Hauptstadt der Berufsbildung etablieren können. Der dritte Internationale Berufsbildungskongress findet vom 6. bis 8. Juni 2018 wiederum in Winterthur statt. 

Weiterführende Informationen

Website Int. Berufsbildungskongress

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Ausbildungsunterlagen Swissmem

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Foto-Impressionen

Impressionen des Skills Villages und der Workshops

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