Berufsbildungstage 2016: Veränderungen durch Industrie 4.0

Die Berufsbildung bereitet auf die Welt von morgen vor. Doch wie sieht die Arbeitswelt der Zukunft aus und wie muss sich die berufliche Grundbildung anpassen? Die Swissmem-Berufsbildungstage standen dieses Jahr unter dem Motto «Industrie 4.0: Rollen, Strukturen und Ausbildungsmöglichkeiten». Die Veranstaltung bot Gelegenheit,

aktuelle Veränderungen zu diskutieren  und zeigte Handlungsfelder auf.

 

 

Die Veränderungen in der Wirtschaft vorausschauend anzugehen ist eine wichtige Aufgabe der Berufsbildung. Wie Arthur Glättli, Leiter Swissmem Berufsbildung, in seinem Eröffnungsreferat aufzeigte, hat sich Swissmem daher schon früh mit der Digitalisierung auseinander gesetzt und beispielsweise verschiedene elektronische Medien lanciert. Mit der Digitalisierung ändern sich jedoch nicht nur Produkte, sondern auch Denk- und Arbeitsweisen.

Daher ist klar: Auch in Zeiten des digitalen Wandels steht der Mensch im Zentrum. Damit die Mitarbeitenden mit den Veränderungen Schritt halten können, rückt die berufliche Grund- und Weiterbildung immer stärker in den Mittelpunkt. Die Ausbildner und Berufsfachlehrer als wichtige Akteure sind dabei besonders gefordert. Wohl auch aus diesem Grund fanden die Berufsbildungstage einen hohen Zuspruch. An den drei Standorten Egerkingen, Rorschach und Zürich konnten über 260 Teilnehmer gezählt werden.

Auf eine Tour d'horizon durch globale Trends gings im ersten Teil der Berufsbildungstage mit Roger Spindler. Er zeigte aus Sicht der Jugendlichen verschiedene Entwicklungen auf und stellt unter anderen auch die folgende These des amerikanischen Arbeitsministeriums in den Raum: «65% der Schüler werden letztlich einen Beruf ausüben, der heute gar noch nicht erfunden ist.» 

 

Ob dem in der Schweiz so sein wird, liess der Referent, der auch für das Zukunftsinstitut tätig ist, offen. Klar wurde jedoch bei seinen Ausführungen: Die Zahl der Lebensstile und der Kommunikationsformen hat in den letzten Jahren exponentiell zugenommen. Und der Mensch bleibt auch in digitalen Zeiten ein geistiges Wesen, das ein Bedürfnis nach Identität und Sinnerfüllung hat. 

 

Industrie 4.0 wird gelebt

Wie die Digitalisierung nicht nur die Gesellschaft verändert, sondern auch die Industrie, zeigte der Mittelteil der Berufsbildungstage. Verschiedene Referenten von Swissmem und aus Industrieunternehmen führten in neue Konzepte, Technologien und Denkweisen ein, die bereits jetzt gelebt werden. Eine Einführung ins Thema bietet der folgende Kurzfilm. 

Mario Fürst von der Siemens Schweiz AG zeigte auf, dass nur ein ganzheitlicher Automatisierungsansatz die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig verbessert. Wie ein konsequent umgesetzter Prozess aussieht, zeigt der folgende Film.

Der dritte Teil der Berufsbildungstage ging schliesslich darauf ein, wie das Lernen sich mit den neuen digitalen Medien verändert und wie die obligatorische Schule dazu beiträgt, dass den Schülerinnen und Schülern neue Kompetenzen vermittelt werden können.


Die Anforderungen an die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird in Zukunft weiter steigen. Es wird daher erforderlich sein, dass auch die Berufsbildung früh in neue Prozesse eingebunden wird und neue Lernformen aktiv anwendet.

Der Wandel der Arbeitswelt geht einher mit neuen Lernformen

Übersicht der Referentin Katja Bett

Unterstützung für den Lehrplan 21

Dr. Christoph Mylaeus-Renggli, Geschäftsleiter der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz, konnte in seinem Referat Vorurteile, die mit dem neuen Lehrplan 21 verknüpft werden, aus dem Weg räumen. Auch mit dem neuen Lehrplan behalten Kantone und Lehrer eine hohe Autonomie und Eigenständigkeit. Das Harmonisierungsprojekt schafft es aber, viele Verbesserungen zu verankern, die letztlich auch den Ausbildungsbetrieben zugute kommen. So stärkt er beispielsweise die technisch-naturwissenschaftlichen Fächer, räumt der Berufsorientierung mehr Platz im Unterricht ein und erleichtert den Übergang zwischen den Kantonen. 


Aus Sicht der Berufsbildung ist daher der neue Lehrplan 21, wie Arthur Glättli abschliessend bentonte, ein wichtiger Baustein, damit die Industrie sich zukunftsgerichtet entwickeln kann.

 

Weiterführende Informationen
zum Lehrplan 21

 

 

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